Informationen zum Notfunk im VFDB (von DL3FAN)

Notfunk ist ein Thema für alle Amateurfunker, da internationale und nationale Regelungen entsprechende Anforderungen beschreiben. Schon unbewusst dieser Tatsache haben viele Funkfreunde indirekt den Weg zum Notfunk gefunden. Sei es über „Field-Day“ mit der unabhängigen Logistik (Stromversorgung, Antennen usw.) oder weitere Funkwettbewerbe, bei denen „Kurznachrichten“ in Form von Rapport und laufender QSO-Nummer und/oder anderen Daten letztlich den fehlerfreien (Kurz-)Nachrichtenaustausch simulieren.

  1. Nationale Regelung

Notfunk ist für uns im Amateurfunk-Gesetz wie folgt beschrieben:

§2 Begriffsbestimmungen

2. Im Sinne dieses Gesetzes ist (…) der zur Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen wahrgenommen wird (…)


Der VFDB ist kooperativ mit dem DARC verbunden. Der DARC wiederum ist Mitglied in der IARU und hat in seiner Vereinssatzung den Notfunk mit folgenden Worten integriert:

§2 Zweck des Clubs ist die Förderung des Amateurfunkens 

1. (…), c) der Völkerverständigung sowie die Unterstützung der Behörden beim Aufbau von Nachrichtenverbindungen in Katastrophenfällen, und zwar unter Ausschluss gesellschaftlicher Unterschiede sowie politischer, militärischer oder kommerzieller Zwecke.

2.  (…), seine Mitglieder zu befähigen, diesen Zielen zu dienen und sie zu verwirklichen.

Dazu gehören insbesondere:

(…), c) die Unterstützung wissenschaftlicher, technischer und sozialer Institutionen durch Beobachtungen und Versuche sowie die Herstellung von Nachrichtenverbindungen in Notfällen und die internationale Hilfe auf dem Funkweg,

       (…), k) Zusammenarbeit mit anderen Funkamateurvereinigungen der IARU

l) Mitgliedschaft bzw. Vertretung der deutschen Funkamateure in der IARU und ITU (UN).


Für Katastrophenschutz und sonstige Hilfeleistungen sind in der BRD die Länder zuständig, dort nach der jeweils aktuellen Gesetzgebung die Feuerwehren. Eine Ausnahme bildet der THW. Dieser ist eine Bundesanstalt und dem Innenministerium zugeordnet.

In Deutschland üben die beiden Verbände (DARC/VFDB) den Notfunk weitgehend ungebunden an weitere Organisationen aus. Regional unterschiedlich gibt es jedoch  Verbindungen zu Hilfsorganisationen (BOS, NGO, THW) oder auf Landes-/Landkreis-Ebene. In Bayern besteht eine geregelte Anbindung an das THW. Sofern man in eine Organisation eingebunden ist, wird man nach einem  Alarmplan tätig..

Es entstehen durch Nichtanbindung an eine Hilfsorganisation keinerlei Nachteile für die Interessenten, denn die Aufgabe des Amateurfunkdienstes, bei Notfällen und Katastrophen nach der Grundlage der IARU Hilfe anzubieten, betrifft jeden Einzelnen, ist somit eine unabdingbare Grundforderung an unser Hobby!


Unsere Ansprechpartner im VFDB sind

Referat Nord:            Michael Przybilla / DD2MIC

Mitte              :            n.n

Süd                 :            Hans Jürgen Schott / DH2RL

Der DARC betreibt das  Referat „Not- und Katastrophenfunk“.


Internationale Regelung

Notfunk ist weltweit für alle Funkamateure annähernd gleich geregelt. In einigen Staaten ist Amateurfunk-Notfunk an Heimatschutz/Katastrophenschutz angebunden oder gar ein Teil dieser Organisationen. Grundlagen zur Nothilfe finden sich bei:

UN

Katastrophenhilfe UNDRO

http://www.unocha.org/search/node/emergency%20communications

ITU

ARTICLE 25: Amateur services / Section I – Amateur service:

25.3   2)       Amateur stations may be used for transmitting international communications on behalf of third parties only in case of emergencies or disaster relief. An administration may determine the applicability of this provision to amateur stations under its jurisdiction.

http://www.itu.int/en/ITU-D/Emergency-Telecommunications/Pages/default.aspx

Mehr dazu unter dem Suchbegriff: Activities on Resolution 647 (WRC-07) – „Emergency and disaster relief radiocommunication“. Die ITU beschreibt auch weitere Standards für Amateurfunk, dort lässt sich vieles finden.

IARU

Sehr umfangreich!

http://www.iaru.org/emergency-communications.html

http://www.iaru.org/emergency-telecommunications-guide.html

http://www.iaru.org/tampere-convention.html


Was kann der einzelne tun?

Aufgaben eines jeden Amateurfunkers:

  • Notfunkfrequenzen nicht belegen, ab und an mal hören
  • Notrufe ernst nehmen und
  • Verbindung aufnehmen,
  • Situation klären,
  • eventuell weitere Maßnahmen in die Wege leiten und auf jeden Fall den
  • regionalen (OV/Distrikt) Notfunkbeauftragten informieren!

Bei mehr Interesse am Not- und Katastrophenfunk sollten sich regionale Gruppen finden. Eine Notfunkausrüstung für UHV/VHF ist in  den meisten Fällen (Handfunkgerät und HB9CV bzw. J-Antenne für 2m/70cm an einer Angelrute (10,-€) plus Akku-Stromversorgung) vorhanden, auch eine Mobilstation ist „Notfunk-fähig“!

Bei der Notfunkausrüstung für KW kommt neben Funkgerät und unabhängiger Stromversorgung (Auto-Batterie!) noch eine NVIS-Antenne für 80m/40m hinzu. Ist leicht selbst zu bauen und kann auch eine Alternative für den Feststandort sein.

Wer noch mehr möchte, kann im Internet (oder auf Nachfrage bei mir) viele weitere Informationen erhalten.

Ich baue gerade einen kleinen Wohnwagen entsprechend aus:

  • neben KW (Flex1500 und SunSDR2)
  • Software für Notfunk: WINLINK und weitere spezielle Produkte
  • 2m/70cm Handfunkgeräte inkl. C4FM und DMR
  • NVIS für 80m/40m/20m (plus Antennenkoppler) auf 10m Glasfasermast
  • ist die Stromversorgung durch Blei-Gel-Akkus und Generator, Solarzellen
  • regional auch Antenne und Router für HamNet-Anbindung,
  • Antenne für Internet HotSpot

Die Notfallvorsorge für 3 Tage (Wasser, Lebensmittel, Heizung und Kleidung) ist leicht lösbar und kann in jedem Haushalt verfügbar sein. Es entstehen keine „Extrakosten“!

Ich freue mich auf euer Interesse,

73 – DL3FAN – Hartmut


Hier die wichtigsten Dokumente:

 

Dieser Beitrag wurde unter Notfunk abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.